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Restaurator Björn Scheewe erläutert anhand von Zeichnungen die Baugeschichte der Bad Wilsnacker Wunderblutkirche. (Foto: Oliver Gierens)

Das wurde bei der Restaurierung der Sakristei der Wunderblutkirche entdeckt

Alte Gemäuer erzählen Geschichten

Die Sakristei der Bad Wilsnacker Kirche wurde viele Jahre restauriert. Dabei traten einige Geheimnisse zutage.

Ein Beitrag von Oliver Gierens im Nordkurier vom 13.08.2026

Rund 20 Besucher drängen sich an diesem Mittwochnachmittag in der kleinen Sakristei der Wunderblutkirche St. Nikolai in Bad Wilsnack. Es ist bereits das zweite Mal, dass die Gemeinde und der Förderverein zu einer Führung eingeladen hat. „Beim ersten Mal waren sogar 40 Personen da“, freut sich Jochen Purps, Vorsitzender des Fördervereins der Wunderblutkirche.

Hier befand sich früher eine Gruft

Zusammen mit Björn Scheewe, Restaurator aus Lenzen, zeigte er den Gästen einige Geheimnisse, die sich in dem kleinen Raum links neben dem Chor verbergen. Lange Zeit war die Sakristei gar nicht öffentlich zugänglich. Denn der Raum war bis 2019 durch eine Wand geteilt: Im hinteren Teil befand sich eine Gruft. Hier standen fünf bis sechs Särge der Familie von Saldern, die nun auf der Empore ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Davon zeugt noch ein früheres Fenster, das später zu einer Tür umgebaut wurde. Hier befand sich der Zugang zur Saldern-Gruft. Inzwischen ist der Durchgang zugemauert. Ob er in diesem Zustand erhalten bleiben soll, ist laut Purps aber noch nicht abschließend geklärt.

Entdeckt wurde in der Sakristei aber noch mehr, erläutert Scheewe, der das Sanierungsprojekt seit 2019 begleitet: So fand man bei den Bauarbeiten eine Kelleröffnung, die über 500 Jahre alt ist. Wer allerdings auf spektakuläre Funde gehofft hatte, wurde enttäuscht. Dennoch weckte allein die Vorstellung, einen jahrhundertelang verschlossenen Ort wiederentdeckt zu haben, eine große Spannung.

Neue Fenster, altes Gemäuer

Während die Fenster in der Sakristei und der Wunderblutkapelle vor drei Jahren von der schweizerisch-japanischen Künstlerin Leiko Ikemura neu gestaltet wurden, spiegelt der Farbzustand in der Sakristei laut Scheewe etwa den Stand um das Jahr 1470 wider. Das Gewölbe ist mit einer Farbe auf Kalkbasis in Weiß gehalten. Das Gemäuer hingegen ist dunkelrot mit einer Farbe auf Kaseinbasis. Die Fugenstriche, die nicht immer ganz regelmäßig sind, nehmen die weiße Farbgebung wieder auf.

Rund 20 Besucher entdeckten am Mittwochnachmittag die Geheimnisse der Sakristei in der Bad Wilsnacker Wunderblutkirche. (Foto: Oliver Gierens)
Rund 20 Besucher entdeckten am Mittwochnachmittag die Geheimnisse der Sakristei in der Bad Wilsnacker Wunderblutkirche. (Foto: Oliver Gierens)

Auch die Tür der Sakristei birgt ein Geheimnis. Das ursprüngliche Schloss, das inzwischen wieder eingebaut worden ist, wurde einst aufgebrochen – vielleicht von napoleonischen Truppen, als sie Anfang des 19. Jahrhunderts in Wilsnack einfielen. Danach wurde eine Replik eingebaut, inzwischen zeigt man wieder das Original.

Renoviert wurde die Sakristei seit 2019 mit „einem oberen fünfstelligen Betrag“ aus Mitteln der evangelischen Landeskirche, wie Purps im Gespräch mit unserer Redaktion erläutert. Geplant sei, die Sakristei künftig als Winterkirche zu nutzen. Auch Kinovorführungen oder ähnliche Veranstaltungen passen gut zu dem kleinen, aber geheimnisvollen Raum.

Ein aufgebrochenes Schloss, Setzungsrisse über der Tür: Restaurator Björn Scheewe zeigte den Besuchern einige Geheimnisse rund um die Sakristei der Bad Wilsnacker Kirche. (Foto: Oliver Gierens)

Ein Altar ist in der Sakristei jedenfalls vorhanden. Laut Scheewe wurde er nachträglich eingebaut, sodass eine Theorie besagt, dass der Raum ursprünglich nicht als Sakristei genutzt wurde. Grund ist die Bauzeit der zweiten Wunderblutkirche. Der Bau begann um 1445, das Langschiff wurde erst um 1525 vollendet. Auch heute wandelt sich die Funktion des kleinen Raumes erneut. Traditionell dient eine Sakristei zur Vorbereitung des Pfarrers auf den Gottesdienst. Zudem werden hier liturgische Gewänder, Bücher und Gefäße aufbewahrt.

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Traditionelles Pilgerfest am 22. August in Bad Wilsnack – Kultur, Handwerk und Geschichte unter freiem Himmel

Der Förderverein der Wunderblutkirche lädt am Samstag, 22. August 2026, zum 23. traditionellen Pilgerfest nach Bad Wilsnack ein. Besucherinnen und Besucher erwartet ab 11 Uhr ein abwechslungsreiches Programm mit regionalem Kunsthandwerk, Musik, Theater, kulinarischen Spezialitäten und spirituellen Angeboten rund um die Wunderblutkirche und den historischen Gutspark.

Unter den alten Bäumen des Gutsparks, der grünen Oase nördlich der Kirche, präsentieren Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker aus der Region ihre Arbeiten. Für das leibliche Wohl sorgen regionaler Kuchen, fair gehandelter Pilgerkaffee, das eigens für das Fest gebraute Wilsnacker Pilgerbier sowie zahlreiche weitere Speisen für jeden Geschmack.

Auch das Kulturprogramm bietet vielfältige Höhepunkte. Am frühen Nachmittag nimmt die Gruppe „Lost Village“ um Kat Stojanov das Publikum mit auf eine musikalische Reise durch das junge Amerika durch die Region der Appalachen und angrenzenden Bundestatten. Mit tanzbaren Klängen voller Lebensfreude und musikalischer Vielfalt versteht sich das Konzert als Hommage an die Begegnung unterschiedlichster Kulturen und Traditionen.

In der Wunderblutkirche laden Heike und Anke Rosenau zu „Klängen im KirchenRaum“ ein. Im hohen Chor der Pilgerkirche entstehen ruhige Klanglandschaften und Schwingungen, die aus einer ungewöhnlichen Perspektive erlebt werden können. Besucherinnen und Besucher werden gebeten, nach Möglichkeit eine Decke oder Matte mitzubringen.

Ein besonderer Höhepunkt beginnt um 16 Uhr auf der großen Bühne im Gutspark: Das Wilsnacker Pilgertheater erzählt in seiner diesjährigen Inszenierung von den ersten Monaten der entstehenden Wallfahrtszeit. Zu erleben sind Wilsnacker Bürgerinnen und Bürger sowie Handwerker in einer Zeit des Aufbruchs und der Zuversicht, in der das Gemeinwesen der Pilgerstadt Gestalt annimmt. Erstmals seit mehr als 400 Jahren werden dabei auch die drei Wunderbluthostien wieder zu sehen und zu hören sein – ein echtes Wilsnacker Wunder.

Für frische Akzente sorgt zudem ein neu gestaltetes Bühnenbild, das von den Schülerinnen und Schülern der dritten und fünften Klassen der Elbtalgrundschule entwickelt wurde. Auch die Kostümausstattung konnte dank einer Förderung aus dem Regionalbudget der LAG Storchenland Prignitz mit Mitteln der Europäischen Union und des Landes Brandenburg erweitert werden.

Im Anschluss an die Theateraufführung übernimmt die Prignitzer Coverband „Zwei wie Pech und Schwefel“ die Bühne. Robert „Schöni“ Schönfeld und Christian „Ebi“ Ebert präsentieren Rock- und Popklassiker der vergangenen 50 Jahre und sorgen bis in den Abend hinein für beste Stimmung – mit Songs, die im Mittelalter zwar noch unbekannt waren, heute aber generationsübergreifend begeistern.

Zum festen Bestandteil des Pilgerfestes gehören außerdem die beliebte Tombola, die ab 13 Uhr beginnt, sowie die traditionelle Pilgerwanderung. Diese startet bereits um 10 Uhr an der Plattenburg und führt nach Bad Wilsnack. Nach der Ankunft der Pilgergruppe findet in der Wunderblutkirche eine Andacht mit Anna Trapp statt. Wer an der Wanderung teilnehmen möchte, kann sich ab 9 Uhr mit einem Shuttle von der Wunderblutkirche zur Plattenburg bringen lassen.

Der Förderverein der Wunderblutkirche freut sich auf zahlreiche Gäste aus der Region und darüber hinaus, die gemeinsam einen Tag voller Kultur, Begegnungen und gelebter Pilgertradition in Bad Wilsnack erleben möchten.

Jochen Purps

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20 Jahre Pilgerweg Berlin Bad Wilsnack

Vor 20 Jahren haben wir den Pilgerweg von Berlin nach Bad Wilsnack mit einem Festgottesdienst in Bötzow eröffnet. Seitdem sind in jedem Jahr viele Pilger auf dem alten Pfad unterwegs. Die Menschen kommen mit bewegenden Geschichten in unsere Kirche und schreiben ihre Gedanken und Gebete in unser Gästebuch. Seit einigen Jahren können ankommende Pilger exklusiv die mittelalterliche Pilgerglocke im Vorraum der Kirche läuten – alle Ankommenden machen dankbar Gebrauch davon.

Alljährlich überprüfen wird die Ausschilderung des Weges und erneuern diese, wo dies erforderlich ist. Das bunte Faltblatt ist in diesem Jahr bereits in fünfter Auflage erschienen. Dazu kommt die jährliche Aktualisierung der Liste der Unterkünfte und die regelmäßige Werbung für den Weg. Ein Höhepunkt war die Wanderung mit der Pilgerglocke im Jahr 2018. In diesem Jahr planen wir eine „Renovierung“ der Internetseite www.wegenachwilsnack.de. Diese ist nun ebenfalls 20 Jahre alt und funktioniert noch einschließlich des shops – braucht aber dringend eine Verjüngungskur.  

Auch wenn der Weg aus Berlin der beliebteste Pilgerweg nach Wilsnack ist, sind in den letzten Jahren weitere Wege dazu gekommen. Dazu zählen der Baltisch-Mitteldeutsche Weg aus Rostock, der Mariannenweg aus Richtung Heiligengrabe mit Beginn in der Mecklenburgischen Seenplatte und die Fortsetzung des Weges nach Tangermünde in Sachsen-Anhalt. Außerdem kommen Pilgernde aus dem Lüneburger und Lübecker Raum zu uns, ohne dass dort die Wege bereits ausgeschildert sind. 

Die Anzahl der Pilgerwege hat in den vergangenen Jahren in Europa enorm zugelegt. Die „Wege nach Wilsnack“ haben anderes als viele der neuen Wege tiefe historische Wurzeln und inspirieren damit Menschen auf ganz eigene Weise, sich auf die Wege der Ahnen zu begeben. Mit jeder Pilgerreise wird die Pilgertradition unseres Ortes und unserer Kirche reicher.

Jochen Purps

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Orgelkonzert am 18.10.25 um 18:00 in der Wunderblutkirche

Am Samstag, 18.10.25, 18:00, findet in der Wunderblutkirche St. Nicolai in Bad Wilsnack, Große Straße / An der Nicolaikirche ein Orgelkonzert auf der historischen Lütkemüllerorgel von 1862 / 1875 statt. Florian Wilkes, Organist an der St. Hedwigs-Kathedrale, Unter den Linden, Berlin-Mitte, spielt Werke von Bach, Buxtehude und Pachelbel, aber auch von George Gershwin und Astor Piazolla. Der Eintritt ist frei. Um eine Spende für den Erhalt der Orgel wird gebeten.

Die historisch überaus wertvolle Lütkemüllerorgel wurde 1862 erbaut und ebenfalls von Friedrich Hermann Lütkemüller 1875 auf zwei Manuale erweitert. Im 20. Jahrhundert fanden weitere Renovationen durch die Firma Schuke Potsdam und Werder statt, so dass heute ein klangschönes und ausdrucksvolles Instrument zu hören ist.

Pachelbels Canon, womöglich das bekannteste Werk der klassischen Musik, klingt auf der Orgel genauso anrührend wie die Präludien und Fugen von Buxtehude. Léon Boëllmanns fantasievolle Romantik ergänzt Astor Piazollas Tango final und George Gershwins Summertime aus Porgy and Bess. Reinhard Meys Über den Wolken ergibt einen Anflug von Sentimentalität, und Bachs Toccata und Fuge d-moll führt zum abschließenden Höhepunkt des Programms.

Herzliche Einladung!

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Das war das Pilgerfest 2025 in Bad Wilsnack

Premiere beim Pilgerfest: Neues Bier der Metschmiede, Kunsthandwerk, Theater und Livemusik locken Besucher nach Bad Wilsnack. 

Der Förderverein Wunderblutkirche hat am Sonnabend zum traditionellen Pilgerfest in den Gutspark eingeladen. Bei der 22. Auflage wird Premiere gefeiert. Die ortsansässige Metschmiede hat für dieses Event ein eigenes Pilgerfestbier kreiert.

Hier geht’s zum Beitrag https://wunderblutkirche.de/pilgerfest

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Trio SUONI DORATI am 1. August 2025 in der Wunderblutkirche

Mit goldenen Klängen wird am 1. August 2025 um 19:00 Uhr in der Wunderblutkirche St. Nikolai das Trio SUONI DORATI aufwarten.

Erleben Sie einen Abend voller „goldener Klänge“ mit dem Ensemble SUONI DORATI – einem Ensemble, das 2007 an der Musikhochschule „Franz Liszt“ in Weimar gegründet wurde und sich aus der Sopranistin Marleen Mauch, dem Trompeter Hans Jacob und dem Organisten Marco Lemme zusammensetzt. Das Ensemble begeistert mit einem facettenreichen Repertoire, das vom Barock bis in die Moderne reicht. In ihrem diesjährigen Konzertprogramm entführen die Musikerinnen und Musiker ihr Publikum auf eine musikalische Reise durch Deutschland, Italien, Frankreich und England, wobei die Auswahl an Werken von Komponisten des 17. Jahrhunderts bis zur Moderne reicht.

Im Mittelpunkt des Konzerts stehen Werke von Johann Ludwig Bach, einem bedeutenden Vertreter des Barock, sowie das Hornkonzert des Schweriner Komponisten und Hoforganisten Peter Joachim Fick (1708–1743), das mit seinen meisterhaften orchestralen Farben und virtuos-sinfonischen Elementen fasziniert. Des Weiteren wird ein Trompetenkonzert des italienischen Komponisten und Musiktheoretikers Giuseppe Tartini (1692–1770) zu hören sein, das mit seiner brillanten Trompetenmelodie und musikalischen Raffinesse besticht. Ein weiteres Highlight des Abends bildet das Magnificat des irischen Komponisten Charles Villiers Stanford (1852–1924), das durch seine majestätische Chor- und Orgelbegleitung beeindruckt.

Abgerundet wird das Programm durch Meisterwerke von Mozart, Elgar und Fauré, die mit ihrer Emotionalität und Ausdruckskraft die Vielfalt der Musiktraditionen aus verschiedenen Epochen und Ländern widerspiegeln. Tauchen Sie ein in diese faszinierende Klangwelt und lassen Sie sich von der Harmonie und Schönheit der Musik verzaubern!

Durch das abwechslungsreiche Programm führen die Musiker selbst.

Marleen Mauch wurde in Hannover geboren und studierte Gesang und Musiktheater bei Prof. Siegfried Gohritz und Sabine Lahm an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar. Darüber hinaus sammelte sie wichtige musikalische Impulse im Rahmen ihrer Arbeit mit Prof. Anna Korondi (Berlin). 2017 wurde die Sopranistin von der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar mit dem Konzertexamen ausgezeichnet. Von J.S. Bachs h-Moll Messe in der Henry Crown Hall in Jerusalem (Leitung: Konrad Junghänel) bis zu Operettenmelodien auf der Wiener Hofburg – als Solistin ist Marleen Mauch national und international auf der Konzertbühne zu erleben. Neben ihrer großen Verbundenheit zum Liedgesang bespielt die Sopranistin auch immer wieder die Opernbühne. Zu ihrem Repertoire gehören u.a. Rollen wie Adina aus G. Donizettis „L’elisir d’amore“ sowie Gretel aus E. Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“. Zuletzt debütierte Marleen Mauch als Solistin in der Johannespassion von J.S. Bach in einer szenischen Co-Produktion des Teatro del Opera Roma und dem Teatro San Carlo, Napoli mit dem Teatro Massimo Palermo unter der Leitung von Ignazio Maria Schifani ebenda.

Hans Jacob wurde in Perleberg (Brandenburg) geboren. Im Alter von neun Jahren begann er mit dem Trompetenspiel. Von 2003 an besuchte er die Landesschule Pforta in Sachsen-Anhalt und legte ebendort 2007 sein Abitur ab. Noch im selben Jahr begann er sein Trompetenstudium bei Prof. Uwe Komischke an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar. Im Jahr 2011 wechselte Hans Jacob zu Prof. Matthias Höfs an die Hochschule für Musik und Theater Hamburg und schloss dort seine Studien im Jahr 2015 mit dem Master of Music ab. Nach einem Auswahlverfahren wurde er im Sommer 2013 als Lehrkraft für Trompete und Blechblasinstrumente an die Ataraxia-Musikschule Schwerin berufen. Seitdem spielt er regelmäßig bei verschiedenen Orchestern, wie der Mecklenburger Staatskapelle Schwerin, den Neubrandenburger Philharmonikern, dem Philharmonischen Orchester Vorpommern, dem Baltic Youth Philharmonic unter namhaften Dirigenten wie Sebastian Weigle, Marek Janowski, Patrick Lange, Kristian Järvi und anderen. Als Solist trat Hans Jacob unter anderem mit dem Collegium Musicum Schwerin, Collegium Musicum Weimar und dem akademischen Orchester Halle auf.

Dr. Marco Lemme wurde in Gardelegen (Altmark) geboren. Prägend für seinen musikalischen Werdegang war der Unterricht bei dem Magdeburger Klavierpädagogen Hermann Müller. Im Oktober 2000 begann Marco Lemme an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar ein Schulmusikstudium und parallel dazu ab 2003 ein Kirchenmusikstudium bei Prof. Matthias Dreißig. Nebenher war er Honorar-Organist an der historischen „Stertzing-Orgel“ und Chorleiter in Erfurt-Windischholzhausen-Büßleben. Im Studienjahr 2005/06 studierte er an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien bei Prof. Roman Summereder. Seine musikalischen Studien vervollkommnete Marco Lemme in Meisterkursen bei Ludger Lohmann, Bernhard Haas, Jacques van Oortmersen, Michel Bouvet, Ton Koopman, Helmuth Rilling u.a. 2008 wurde er Kantor in der Bachstadt Ohrdruf, in der er 2010 die „Bachtage Ohrdruf“ ins Leben rief. 2011 wurde er mit dem Herder Förderpreis ausgezeichnet und im Januar 2013 über Kirchenmusik im 19. und 20. Jahrhundert promoviert. Im Oktober 2013 trat er an der „All Saint´s Church“ in Marlow (England) eine Stelle als Orgel-Stipendiat an. Lemme arbeitet als Jurist in Berlin und ist seit November 2024 Kantor der Kirchengemeinde Mariendorf Süd.

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Entlang dieser Birnenallee mit Schlehensträuchern bei Zernikow führt der neue Pilgerweg von Bad Wilsnack nach Heiligengrabe. (Foto: Heiko Bölk)

Neuer Pilgerweg durch Birnenalleen lädt zum Wandern ein

„Unterwegs auf dem Mariannenweg“ heißt es am 2. Mai. Der neue Pilgerweg von Bad Wilsnack nach Heiligengrabe ist Teil des Projektes Obstnetz Prignitz. Anmeldung ist erforderlich.

Ein Beitrag von Martina Kasprzak im Nordkurier vom 22.04.2025.

Die Idee gibt es schon lange: Bad Wilsnack und Heiligengrabe mit einem Pilgerweg zu verbinden. Jetzt ist es so weit. Der neue Mariannenweg führt über 46 Kilometer von der Kurstadt bis zur Klosterstadt. Der Weg ist Teil des Projektes Obstnetz Prignitz vom Förderverein Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg.

Wanderung führt von Bad Wilsnack nach Schrepkow

Das Obstnetz sowie der Förderverein laden am 2. Mai zur offiziellen Einweihung des Mariannenweges ein. „Wir werden den ersten Abschnitt über zwölf Kilometer von Bad Wilsnack nach Schrepkow entlang wandern“, erklärt Jochen Purps vom Obstnetz Prignitz auf Nachfrage unserer Redaktion.

Der neue Pilgerweg startet in Bad Wilsnack und verläuft auf den ersten sechs Kilometern bis zur Plattenburg parallel zum dortigen Pilgerweg. Danach geht es über Zernikow nach Schrepkow. Dieser weitergehende Weg führt durch abwechslungsreiche Kulturlandschaften, charmante Ortschaften und entlang kleiner Kirchen in der Region.

Schrepkow wird auch als Birnendorf bezeichnet

„Man könnte ihn auch als Obstweg bezeichnen“, sagt Jochen Purps scherzhaft. Besonders auffällig seien die Birnenalleen bei Zernikow. Dort stehen die Birnenbäume zwischen Schlehensträuchern. Schrepkow wird zum Beispiel auch als „Birnendorf“ bezeichnet, wie Purps zu berichten weiß. Nicht nur Birnenbäume werden die Wanderer sehen können, genauso den Klassiker unter den Obstbäumen, den Apfel.

Der Förderverein Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg hat für die Einrichtung des Pilgerweges Fördergelder erhalten. Initiatorin war Anja Hübner aus Zernikow vom Obstnetz Prignitz. Derzeit wird der neue Pilgerweg noch ausgeschildert. Die Schilder sind bestellt. Die Beschilderung sei allerdings nicht mehr in der Förderung enthalten, so Purps.

Mariannenweg ist der Lückenschluss

Der Mariannenweg stellt nun auch eine Verbindung nach Mecklenburg-Vorpommern her. Die Mecklenburger hätten immer wieder auf Brandenburger Seite nachgefragt, ob denn nicht die Lücke von Heiligengrabe nach Bad Wilsnack geschlossen werden könnte. Mit diesem neuen Weg kann jetzt von der Mecklenburgischen Seenplatte über Wittstock, Heiligengrabe bis nach Bad Wilsnack gepilgert werden.

Die Wanderung am 2. Mai beginnt um 10 Uhr an der Wunderblutkirche in Bad Wilsnack. Treff ist bereits um 9.45 Uhr. Nach der Hälfte des Weges wird eine Pause mit Selbstversorgung an der historischen Plattenburg gemacht. Um 12.15 Uhr wird von dort die Wanderung nach Schrepkow fortgesetzt. Wer möchte, kann auch erst ab dort an der Wanderung teilnehmen. Gegen 14 Uhr soll Schrepkow erreicht werden, wo bis 15.30 Uhr ein kleines Programm mit der Testung von Obstprodukten und einer Leseprobe aus dem Buch „Familie Schönfrucht“ von Urte Delft – ebenfalls vom Obstnetz Prignitz – stattfindet.

Die Rückfahrt nach Bad Wilsnack erfolgt um 15.45 Uhr mit einem Shuttle. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist kostenlos. Für weitere Informationen und zur Anmeldung steht das BUND-Besucherzentrum Burg Lenzen unter der Telefonnummer 038792/1221 zur Verfügung.

Quelle: https://www.nordkurier.de/regional/prignitz/neuer-pilgerweg-durch-birnenalleen-laedt-zum-wandern-ein-3516560

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Freuen sich, dass die Sanierung der Remise im Ensemble der Wunderblutkirche nur innerhalb von zwei Monaten über die Bühne gegangen ist: Christian Richter, Jochen Purps und Martina Richter (v.l.). (Foto: Martina Kasprzak)
Freuen sich, dass die Sanierung der Remise im Ensemble der Wunderblutkirche nur innerhalb von zwei Monaten über die Bühne gegangen ist: Christian Richter, Jochen Purps und Martina Richter (v.l.). (Foto: Martina Kasprzak)

Remise in Bad Wilsnack erstrahlt in neuem Glanz

Ein Beitrag von Martina Kasprzak im Prignitzer vom 18.12.2024.

Die Arbeit des Ehrenamtes ist sehr wertvoll. Sie soll aber auch Spaß machen. In Bad Wilsnack ist jetzt in der alten Remise an der Wunderblutkirche ein Ort der Begegnung entstanden.

Vor einigen Jahren hat der Förderverein Wunderblutkirche das Inspektorenhaus und die alte Remise im denkmalgeschützten Ensemble erworben. Im Inspektorenhaus ist die Tagespflege der Diakonie Bad Wilsnack/Karstädt beheimatet, doch was soll aus der Remise werden?

Ehrenamt ist eine wertvolle Arbeit

„Wir haben keinerlei Unterlagen für die Nutzung der Remise gefunden, aber sie war eher ein Lagerraum“, erklärt der Vorsitzende des Fördervereins Wunderblutkirche, Jochen Purps. In den vergangenen Jahren wurde das Gebäude von Vereinen zum Pilgerfest, Stadtfest oder auch Sängertreffen genutzt. Doch ansehnlich war es im Innern nicht.

„Da Ehrenamtler dieses Gebäude nutzen, haben wir uns gedacht, es zu sanieren. Ihre Arbeit ist sehr wertvoll. Denn die Ehrenamtler sollen ja auch Spaß an ihrer Arbeit haben“, sagt Purps. Doch alleine kann der Förderverein die Sanierung nicht stemmen.

Martina Richter, seit Juni Bürgermeisterin in Bad Wilsnack und Mitglied im Förderverein, hat schon zu Beginn des Jahres ein Förderprogramm ausfindig gemacht. „„Zusammenhalt in kleinen Gemeinden und Ortsteilen für eine zukunftsorientierte Regionalentwicklung“ heißt das Förderprogramm, das 2022 von der Staatskanzlei Brandenburg aufgelegt wurde. Danach werden Projekte mit bis zu 150.000 Euro bei einem Eigenanteil von zehn Prozent gefördert.

Im April flatterte der Fördermittelbescheid ins Haus. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf 145.000 Euro inklusive des Eigenanteils von zehn Prozent des Fördervereins. Die Vorgabe war allerdings, dass das Geld bis Ende des Jahres verwendet werden musste.

Sanierung konnte erst im Oktober beginnen

Die Ausschreibung der Gewerke nahm eine ganze Menge Zeit in Anspruch. „Wir konnten erst im Oktober mit der Sanierung anfangen. Aber wir haben alles geschafft“, erklärt nicht ohne Stolz Christian Richter, der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Bad Wilsnack und Mitglied im Förderverein Wunderblutkirche.

Die acht Handwerksbetriebe aus der Region arbeiteten Hand in Hand, sodass alles pünktlich fertig wurde. Ein neuer Fußboden wurde verlegt, eine barrierefreie Toilette und eine Küche eingebaut, Fliesen verlegt, Malerarbeiten getätigt. In der Küche ist nun auch eine große Kühlkombination und ein Geschirrspüler vorhanden. Nur eines fehlt noch: eine Heizung. „Die Beheizung werden wir erst im nächsten Jahr in Angriff nehmen. Im Winter soll dann ein Ofen eingebaut sein“, erklärt der Vereinsvorsitzende.

Remise hat hervorragende Lage

„Wir haben während der Corona-Pandemie festgestellt, dass das Handspülen des Geschirres nicht gerade hygienegerecht ist“, so Jochen Purps weiter. Auch wenn der Förderverein der Träger dieser Remise ist, soll sie auch den Bad Wilsnacker Vereinen zur Verfügung stehen. „Und das generationsübergreifend. Auch Teenager und Kinder  sind hier natürlich gern gesehen“, so der Vereinsvorsitzende.

Das Gebäude hat zudem eine hervorragende Lage im Ensemble der Wunderblutkirche. Auf der einen Seite grenzt der Park an, auf der anderen Seite ein Spielplatz. So soll das Gebäude ein Ort der Begegnung zum Zusammenhalt der Gemeinschaft werden.

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Weihnachtsmarkt Bad Wilsnack 2024
Der Weihnachtsmann hatte für die kleinen Besucher des Weihnachtsmarktes in Bad Wilsnack Süßes in seinem Sack mitgebracht. (Foto: Martina Kasprzak)

Gemeinsam aktiv für Geselligkeit im Advent in Bad Wilsnack

Chorkonzert und Weihnachtsmarkt

Ein Beitrag von Martina Kasprzak im Prignitzer vom 09.12.2024

Erstmals haben sich „Aktiv für Bad Wilsnack“ sowie die Fördervereine der Wunderblutkirche und Feuerwehr zusammengetan, um den Weihnachtsmarkt zu organisieren.

Der Marktplatz in Bad Wilsnack ist in adventliche Atmosphäre gehüllt. Holzhütten, Feuerschalen, Lichterglanz und Weihnachtsmusik laden die Besucher am Nikolausabend zum geselligen Miteinander ein. Die Cityinitiative „Aktiv für Bad Wilsnack“ sowie die Fördervereine der Wunderblutkirche und der Freiwilligen Feuerwehr Bad Wilsnack haben erstmals in diesem Jahr den Weihnachtsmarkt gemeinsam organisiert.

2014 übernahm „Aktiv für Bad Wilsnack“ Organisation

„Wir sind ein kleiner Verein mit 23 Mitgliedern. Die Organisation ist sehr aufwändig. Wir haben angefragt und freuen uns über die Unterstützung. Gemeinsam ist es besser“, sagt Isa Fiebak, die 2. stellvertretende Vorsitzende von „Aktiv für Bad Wilsnack“.

Sie sei stolz darauf, dass der Verein seit seiner Gründung 2014 – er ging aus dem Gewerbering hervor –  den Weihnachtsmarkt organisiert. „Aktiv für Bad Wilsnack“ organisiert auch das Stadtfest und macht kleinere Aktionen wie in diesem Jahr die Kübel am Bahnhof neu zu bepflanzen.

„Früher war unser Weihnachtsmarkt größer, da hatten wir mehr Verkaufsstände. Aber es geht ja darum, den Einheimischen eine Möglichkeit zu bieten, dass sie sich treffen und zusammen plaudern können“, sagt Bad Wilsnacks Bürgermeisterin Martina Richter.

Für die kleinen Kurstädter und Gäste spielen an diesem Tag die Clowns Tacky und Noisly auf. Natürlich kommt auch der Weihnachtsmann vorbei. „Ich mag keine Mandarinen“, verkündet laut ein kleines Mädchen. „Ich auch nicht“, stimmt ihr ein Knirps zu. Der Weihnachtsmann schmunzelt nur und holt Süßes für die Kinder heraus. Auch das bekannte Knusperhäuschen darf nicht fehlen. Seit Jahren wird dort täglich in der Adventszeit um 16.30 Uhr eine Weihnachtsgeschichte vorgelesen.

Tradition: Weihnachtsmarkt und Chorsingen verbinden

„Wir haben schon in den vergangenen zwei Jahren mitgemacht. Dann bekommt man auch etwas hin. Für uns war es nicht schwer, das hier zu unterstützen“, sagt Jochen Purps vom Förderverein Wunderblutkirche. Der Verein selbst habe den Weihnachtsmarkt schon mal vor 20 Jahren organisiert.

Apropos Wunderblutkirche: Es ist Tradition, dass der Weihnachtsmarkt immer mit dem Chorsingen der Bad Wilsnacker Chöre verbunden ist. „Singen ist in Bad Wilsnack die zweite Identität. Die Chorformationen machen auch den Weihnachtsmarkt aus“, so Purps.

Auch der Gospelchor Bad Wilsnack erfreute die Besucher einmal mehr beim Adventssingen der Chöre in der Wunderblutkirche. (Foto: Martina Kasprzak)

Die Wunderblutkirche ist fast bis auf den letzten Platz gefüllt, als Pfarrerin Anna Trapp die Besucher begrüßt. Die Bläsergemeinschaft Wilsnack-Rühstädt, der Männergesangsverein Amicitia 1880, Wilsnack Cantabile, der Singekreis Legde und der Bad Wilsnacker Gospelchor tauchen die jahrhunderte alte Pilgerkirche mit ihren stimmgewaltigen Darbietungen in adventliche Musik. Bekannte Weihnachtslieder dürfen nicht fehlen – auch zum Mitsingen.

Die Besucher danken es mit anhaltendem Applaus. Danach geht es wieder auf den angrenzenden Weihnachtsmarkt . „Es soll den Leuten auch noch nach dem Konzert etwas geboten werden. Sie können hier noch verweilen und zusammen sein“, sagt Martina Richter.

„Aktiv für Bad Wilsnack“ hat einen neuen Vorstand

Das ist auch seit Jahren die Idee dahinter, beides miteinander zu verbinden. Doch der Verein „Aktiv für Bad Wilsnack“  blickt schon mal ins nächste Jahr. „In diesem Jahr haben wir einen neuen Vorstand gewählt und wir überlegen uns, mal was Neues auszuprobieren. Vielleicht werden wir anstelle des Stadtfestes ein Frühlingsfest veranstalten“, berichtet Isa Fiebak, die zusammen mit dem Vorsitzenden Bernd Renner, Martina Christ (1. Stellvertreterin), Yvonne Lorenz (Schriftführerin) und Karin Jesse (Kassenwart) den Vorstand bildet. Denn der traditionelle Stadtfest-Termin würde sich 2025 nicht sonderlich gut anbieten. Denn da findet bereits das Landesfest „Brandenburg-Tag“ in Perleberg statt.

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Gordon Thalmann (vorn) und sein Mitarbeiter Michael Kreutzer führten Angelika Rauch mit ihren Studenntinnen durch die Prignitz. (Foto: Kai Horstmann)
Gordon Thalmann (vorn) und sein Mitarbeiter Michael Kreutzer führten Angelika Rauch mit ihren Studenntinnen durch die Prignitz. (Foto: Kai Horstmann)

Zukünftige Holzrestauratoren sind begeistert von der Prignitz

Ein Beitrag von Kai Horstmann im Nordkurier vom 25.10.2024.

Bahnt sich da eine Zusammenarbeit an? Studenten der Fachhochschule Potsdam besuchten die Prignitz zum Thema Restaurierung. Die Denkmalschutzbehörde hat sie herzlich empfangen.

Holz ist schon lange ihre große Leidenschaft. Luisa Lessinger macht an der Fachhochschule Potsdam gerade ihren Master für Holzrestaurierung. Zugleich arbeitet sie in der Landeshauptstadt bereits als selbstständige Restauratorin.

Studenten der Fachhochschule Potsdam in der Prignitz

Sie war eine der fünf Studentinnen dieser Fachhochschule, die am Mittwoch die Prignitz besuchten. Die Tour begann zunächst in der Plattenburg. Unter der Führung von Gordon Thalmann, dem Leiter der Denkmalschutzbehörde des Landkreises Prignitz, ging es dann weiter zur Wunderblutkirche in Bad Wilsnack und zum Renaissanceschloss Demerthin.

Die Studentin besuchte zum ersten Male die Prignitz und ist sowohl von den Städten als auch von der Landschaft regelrecht begeistert. So ist sie unter anderem von den schönen Fachwerkhäusern fasziniert. „Beeindruckend sind die zahlreichen Räume der Plattenburg“, sagt Luisa Lessinger. „Da gibt es welche, die wenig oder noch nicht untersucht worden sind. Das ist richtige Detektivarbeit.“ Für diese Studentin ist klar: Die Plattenburg sieht sie bald wieder.

Studierende suchen Objekte für Abschlussarbeiten

In die Prignitz gekommen sind die Studenten mit Angelika Rauch. Die Professorin für Holzkonservierung und Restaurierung bereitet ihre Schüler auf den Abschluss des Masters und des Bachelors vor. Sie hebt den guten Kontakt zur Denkmalschutzbehörde der Prignitz hervor, ohne den diese Reise so nicht möglich gewesen wäre. „Wir arbeiten zum Wohle der Studenten gut zusammen“, lobt Angelika Rauch. „So können Studierende hier Untersuchungen machen und Themen für ihre Abschlussarbeit finden.“

Sie war zuletzt erst Anfang des Jahres mit anderen Studenten in der Prignitz und ist ebenfalls von dem Landstrich und seinen Gebäuden begeistert. Auch sie sieht bei der Plattenburg noch einen Restaurierungsbedarf, genauso wie in der Wunderblutkirche. „Wir haben an unserer Fachhochschule die drei Fachrichtungen Holz-, Malerei- und Steinrestaurierung“, schildert Angelika Rauch. „Ich werde sicherlich meinen Kollegen aus den anderen beiden Fachrichtungen von meiner Reise in die Prignitz berichten und ihnen empfehlen, auch hierher zu fahren.“

Dieser Bereich der Wunderblutkirche ist wegen Bauarbeiten geschlossen. (Foto: Kai Horstmann)
Dieser Bereich der Wunderblutkirche ist wegen Bauarbeiten geschlossen. (Foto: Kai Horstmann)

Über solche Aussagen ist natürlich Gordon Thalmann hoch erfreut. Er sieht hier eine Win-win-Situation für Landkreis und Fachhochschule. „Wir bekommen Dokumentationen, Analysen und Konzepte der Studentinnen, die wir für Förderanfragen und Fortführungen von Baumaßnahmen nutzen können“, macht Gordon Thalmann deutlich. „Die Studenten erhalten Zugang zu Praxisobjekten, um ihr Wissen anzuwenden und zu erweitern.“

Besuch in der Wunderblutkirche Bad Wilsnack

So gibt es in der Wunderblutkirche viele dieser möglichen Praxisobjekte. Dort sind Restaurierungsarbeiten gerade im Gange. Dagegen können andere Objekte erst in Zukunft angegangen werden, darunter mehrere Wandmalereien der Bad Wilsnacker Kirche. Eines davon ist eine Anna selbdritt. So bezeichnet die christliche Ikonographie eine Darstellung der heiligen Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesuskind.

Wie der oberste Denkmalschützer der Prignitz verrät, ist die Absicht des Landkreises, eine dauerhafte Kooperation mit der Fachhochschule Potsdam zu entwickeln. Der Besuch von Angelika Rauch mit ihren fünf Studentinnen zeigte ihm erneut, wie sinnvoll so eine Kooperation wäre.

 

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