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Himmlische Touren

Himmlische Touren

Wer träumt nicht davon, die Hektik des Alltags hinter sich zu lassen, sein Bündel zu schnüren und einfach mal loszulaufen? Aber es muss nicht gleich die große Pilgerreise nach Santiago sein, denn auch bei einer gemächlichen Radtour durch stille Dörfer, beim achtsamen Wandern in der Natur oder in einer kühlen Kirche am Wegesrand lässt sich das Lebenstempo wunderbar runternehmen.

Die kostenlose Reisebroschüre „Himmlische Touren“ verbindet kirchliche und touristische Reiseziele und macht Lust auf eigene Entdeckungen in der Brandenburgischen Kulturlandschaft.

Herausgegeben wird die sie von der Evangelischen Landeskirche, Autorin ist die Prignitzer Journalistin Susanne Atzenroth.

Hier geht´s zum Download https://www.wunderblutkirche.de/wp-content/uploads/2024/05/Himmlische-Touren.pdf

Roy Hartung
Roy Hartung wollte schon immer Musik in einer Kirche spielen. Am Wochenende veranstaltete er eine House- und Techno-Party in der Wunderblutkirche Bad Wilsnack. (Foto: Martina Kasprzak)

Elektronische Musik im Zusammenspiel mit jahrhundertealtem Kirchengemäuer

Ein Beitrag von Martina Kasprzak im Prignitzer vom 29. April.

Techno, Rave, House an einem außergewöhnlichen Ort. In der Nacht zum Sonntag stand die Wunderblutkirche in Bad Wilsnack ganz im Zeichen dieser Musik.

Außergewöhnliche Klänge in der Wunderblutkirche Bad Wilsnack. In der Nacht zu Sonntag stieg erstmals eine Techno-, Rave- und House-Party in dem Gotteshaus. Veranstalter Roy Hartung hatte zum Sanctum geladen. Das Event erfreute sich großen Andrangs, war ausverkauft. Mehr als 800 Besucher unterschiedlichsten Alters und Mitwirkende wollten sich das Spektakel in dieser beeindruckenden Location in der Innenstadt nicht entgehen lassen.  

Rave, Techno und House auf zwei Floors von neun DJs

Auf zwei Floors und von neun DJs wurden die Besucher mit Bässen  beschallt, die Lichtershow sei beeindruckend gewesen. Bis 5.30 Uhr in der Früh hat sich die Wunderblutkirche in einen Rave-, House- und Techno-Tempel verwandelt. Die Besucher kamen nicht nur aus der Prignitz, dieses Event hat eine Ausstrahlung weit über die Kreisgrenze bis nach Rathenow, Schwerin oder Oranienburg.

„Unser Konzept ging auf. Leute standen auch mal draußen am Bierwagen, dann kamen sie wieder rein. Wir hatten nie das Gefühl, dass es in der Kirche zu eng war, auch wenn es auf den Floors voll war“, so Hartung. 

Er selbst schwärmt noch am Montagvormittag. „Es war beeindruckend in der Kirche zu spielen.“ Das Zusammenspiel von elektronischer Musik, Lichterhow in einem alten Kirchengemäuer, sei für Hartung, der selbst ab 23 Uhr aufgelegt hat, das wichtigste gewesen. 

Idee kam von Bad Wilsnacks Pfarrerin Anna Trapp

Die Idee zu dieser außergewöhnlichen Veranstaltung hat Pfarrerin Anna Trapp gehabt. „Wir wollen die Kirche für jeden öffnen. Die Kirche soll ein Ort sein, an dem sich Menschen treffen. Mit diesem Event machen Menschen den ersten Schritt, um zu uns zu finden“, so Anna Trapp in rbb aktuell. Menschen ließen vielleicht so gegenüber der Kirche ihre Vorurteile fallen. Die Kirche selbst könne damit in die Gesellschaft wirken.

„Es gab im Gemeindekirchenrat Diskussionen, wir haben uns vollständig dafür entschieden. Jeder, der mit uns darüber vorher hätte reden wollen, warum wir ein solches Event in der Wunderblutkirche zulassen, hätte zu uns kommen können. Aber es ist niemand vorher zu uns gekommen“, sagt Christian Richter, der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Bad Wilsnack.

Nichts kaputt gegangen, Kirche aufgeräumt verlassen

„Es war eine gelungene Veranstaltung. Wir haben die Kirche noch am selben Tag sauber und aufgeräumt vorgefunden. Es ist auch nichts kaputtgegangen. Es ist wirklich gut gelaufen“, so Richter. Dass es Kritiker gebe, sei normal. Ganz provokant gefragt: Was hat ein Bierglas auf dem Taufbecken zu suchen? „Das Taufbecken hatten wir abgesichert. Was heilig ist, muss heilig bleiben“, erklärte Hartung. Der prunkvolle Altar war für Besucher gar nicht zu erreichen. Der Bereich direkt davor war für die Musikanlage abgesperrt, sodass dort nur die DJs hingekommen sind.

„Wir haben keine Beschwerden vorliegen. Es war im Vorfeld mit dem Veranstalter alles klar geregelt“, sagt Bad Wilnacks Ordnungamtsleiter Gerald Neu am Montagvormittag. Es sei auch alles friedlich abgelaufen. Messungen habe das Ordnungsamt nicht vorgenommen. Auch da sei alles im Vorfeld geklärt gewesen.

„Wir haben die Eingänge mit Stoff verkleidet, sodass kein Schall nach draußen dringt“, erklärte Hartung, der die gute Zusammenarbeit mit dem Amt nicht unerwähnt lassen möchte. Das alte Gemäuer der Pilgerkirche schlucke zudem sehr viel Lautstärke. 

Roy Hartung erfüllte sich mit diesem Event einen Traum

„Ich habe mir mit diesem Event einen Traum erfüllt. Ich wollte schon immer in einer Kirche spielen“, so Roy Hartung, der seit 30 Jahren selbst Musik macht. Die ersten Kontakte und Ideenentwicklung dazu hatten Hartung und Trapp schon vor der Corona-Pandemie. „Natürlich gibt es das ein oder andere, wenn ich dieses Event in der Wunderblutkirche noch einmal machen darf oder kann, das man noch verbessern kann. Aber für das erste Mal ist es aus meiner Sicht super gelaufen“, zieht Hartung sein Fazit. 

Rave Connection in der Wunderblutkirche

Rave Connection in der Wunderblutkirche

Ein Beitrag von Christian Richter.

Am 27. April wird es laut in unserer Kirche.

Uns treibt um: Wie nutzen wir unsere große Kirche, wem Erschließen wir diesen Ort und wie gehen wir auf Menschen zu, die Kirche nicht (mehr) als Teil unserer Gesellschaft sehen.

Ein Versuch – Tanzen, gemeinsam den Raum und die Zeit spüren, in Kontakt kommen mit diesem besonderen Ort. Wir sind überzeugt, Gott möchte, dass wir tanzen, lachen, singen und feiern! Ja, es wird Gegenstimmen geben; wir erhoffen und wünschen uns Offenheit für diesen Abend. Wir möchten nicht zusehen, was die Zeit mit unserer Gemeinde macht – wir möchten gestalten.

Wir sehen uns am 27. April

Rave Connection in der Wunderblutkirche

Vorverkauf – wo?

Rave Connection in der Wunderblutkirche

Aus dem Förderverein der Wunderblutkirche

Der Förderverein möchte im Frühjahr 2024 einige Arbeitseinsätze im Gemeindegarten und in der Remise organisieren und durchführen. Im Gemeindegarten soll eine einfache Unterkunft für Pilgernde errichtet werden. Hintergrund ist, dass die Kirchengemeinde das bisherige Pilgerquartier im Gemeindehaus zugunsten einer Wohnungsnutzung aufgegeben hat. Es ist nun wieder Teil einer größeren Wohnung, in die bald eine Familie einziehen wird. Da Pilgernde in der Regel einen einfachen Standard erwarten, wird es im Gemeindegarten ein Angebot geben, das etwa dem einen Wanderhütte entspricht. Im April soll in Eigenleistung an mehreren Wochenenden gebaut werden.

Helfende werden noch gesucht, entweder als Bauleute oder als Versorger oder zum Vor – und Nachbereiten der Baustelle. Spaß, gutes Essen und Gemeinschaftssinn sollen die Bauarbeiten begleiten und als gute Geister gleich mit in das Haus einziehen. Wer mithelfen möchte, melde sich beim Vereinsvorstand (s.u.).

Für die Remise erwarten wir in diesem Jahr Fördermittel, um das Gebäude als Gemeinschaftsort für kulturelle oder gemeinschaftliche Veranstaltungen besser nutzen zu können. Die Remise hat eine bewegte Geschichte, an die sich viele Wilsnacker erinnern. Seit vielen Jahren dient sie als Drehscheibe für die Organisation des Sängertreffens und des Pilgerfestes. Damit das auch so bleibt, wollen wir mit einigen technischen Verbesserungen die ehrenamtliche Arbeit erleichtern. So soll es eine Profi-Spülmaschine geben. Damit kann dann hoffentlich auf das Schleppen von heißem Wasser verzichtet werden. Kuchenannahme und -ausgabe sollen erleichtert werden. Die Bauarbeiten sollen von örtlichen Handwerkern ausgeführt werden, Bauhelfer werden aber auch gesucht. Ziel ist es, die ehrenamtliche Arbeit zu erleichtern, damit die großen und demnächst vielleicht auch kleinere Feste mit vertretbarem Einsatz in direkter Nachbarschaft zu Kirche, Park und Spielplatz gefeiert werden können.

Und noch ein drittes Bauprojekt wird uns im 20. Jahr des Vereinsbestehens begleiten: wir wollen die Markstände aus den in die Jahre gekommenen Kiefernstangen allmählich durch neue Stände ersetzen. Wer einmal beim Aufbau der Stände dabei war, weiß wieviel Geduld der Aufbau erfordert. Auch dafür werden helfende Hände gesucht.

Die Arbeiten werden vom Vereinsvorstand koordiniert: Wer mitmachen möchte, melde sich bei Martina Richter, Heiko Bölk, Torsten Selchow oder Jochen Purps.

Jochen Purps für den Vereinsvorstand

 

 

Konzert in der Wunderblutkirche am 26. April um 19:00 Uhr

Jüdische – Maurische – Christliche Lebenswelten,
Musik vom Hofe Toledos und der Alhambra,
Cantigas de Santa Maria und sefardische Lieder aus AL-Andalus
Musik der spanischen Renaissance,
so lautet der Titel unseres heutigen Programms.
Die sefardische Musik von dem Hebräischen „S`fard“, ist die Musik der Juden, die nach der
Verbannung aus Judäa (70. u.Z.) nach Spanien flüchteten. Sie spiegelt den kulturellen
Austausch zwischen Juden, Christen und Arabern wieder, der im mittelalterlichen Spanien
Kunst und Wissenschaft zu Blüte brachte. Die Sprache „Ladino“ auch „Judeo-Espagnol“
genannt, ist eine Mischung aus altspanisch und hebräischen Worten und steht in ähnlicher
Beziehung wie das Jiddische zum Deutschen.
Die Sepharden waren Mittler zwischen Morgen- und Abendland, übersetzten die Werke der
großen Philosophen, befruchteten ihre Religion und Kultur sowie die der Christen, mit dem
Wissen der arabischen Welt und dem Erbe der Antike. Der spanische König Alfonso X, auch
„Alfonso El Sabio – Der Weise“ genannt, machte seinen Hof im Toledo des 13. Jahrhunderts
zu einem Treffpunkt für Christen, Juden und Arabern und schuf damit die Basis für ein
tolerantes, friedvolles Zusammenleben dieser drei Völker.
Die „Cantigas de Santa Maria“ – Lieder für die heilige Jungfrau Maria – sind eine der größten
Sammlungen von Liedern des Mittelalters, bestehend aus über 400 Gedichten, aufwendig in
der Notation verziert, zumeist in Galicisch-Portugiesischer Sprache verfasst. Einige dieser
Lieder werden Alfons X zugeschrieben. Er sah in dieser Sammlung ein kulturelles Projekt
von großer Bedeutung. Ihre Vollendung nahm den größten Teil seiner Amtszeit in Anspruch
(1252-1284). Er sah sie darin ein wichtiges Mittel für sein politisches Überleben und sein
persönliches Seelenheil.
1492 mit Beginn der „Reconquista“, der Rückeroberung der iberischen Halbinsel durch die
beiden katholischen Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón, wurde Spanien
wieder christlich und die Mauren und Juden wurden in die Verbannung geschickt.
Wir als Duo für Gesang und Lauteninstrumente präsentieren Ihnen heute Abend eine
Auswahl von Liedern aus diesen drei Kulturkreisen, untermalt mit Texten und Gedichten.

Biografiedaten der Künstler

**Sabine Loredo Silva wurde in Berlin geboren. Sie begann Ihre private
Gesangsausbildung bei dem lettischen Opernsänger Isser Buschkin. Langjähriges
Ensemblemitglied der „Opernwerkstatt Berlin“, Leitung Eric Leon Holland,
unterschiedliche Opernprojekte für Kinder wie „Die Zauberflöte“ (3. Dame) ,
„Hänsel und Gretel“ (Mutter und Hexe). Rege Konzerttätigkeit deutschlandweit.
Schwerpunkt Ihrer künstlerischen Tätigkeit ist die „Alte Musik des frühen
Mittelalters, der Renaissance sowie des Barock“ in Begleitung von historischen
Harfen- und Lauteninstrumenten.

**Ulf Dressler Nach dem Staatsexamen für höheres Lehramt in Göttingen (1979)
Aufnahme des Lautenstudiums an der Musikhochschule Hamburg (1988
künstlerisches Diplom). Privates Lautenstudium bei Konrad Junghänel.
Meisterkurse bei Jacob Lindberg, Hopkinson Smith u.a. Seit 1980 Lautenist im freien
Beruf und an der Musikschule Kiel. Künstlerischer Schwerpunkt ist das
Generalbaßspiel. Als Theorbist und Lautenist Mitglied in einigen freien Ensembles.
Seit mehreren Jahren Lauten-Korrepetitor in der Meisterklasse der Kurse von
Emma Kirkby im Forum Artium in Georgsmarienhütte

Rückblick auf das 20. Pilgerfest

Schön war`s gewesen, das Pilgerfest in diesem Jahr. War es diesmal das schönste Pilgerfest? Ja, möchte ich antworten und muss zugeben, dass ich in jedem Jahr das Gefühl habe, in diesem Jahr sei das Pilgerfest besonders gelungen, ganz einmalig und sehr besonders gewesen. Woran liegt das? An den vielen zufriedenen und glücklichen Gesichter, die man auf dem Fest sieht? An der guten ausgewogenen Mischung aus Gewohntem und Neuem? Mittelalter trifft Moderne? An der stimmigen Atmosphäre unter den alten Bäumen, wo das Sonnenlicht langsam über den Platz wandert und zum Abend verschwindet, um vom Kerzenschein abgelöst zu werden? Am Pilgertheater, von dem es nur die eine Aufführung gibt, bis im nächsten Jahr das Stück ganz anders daherkommt? Am üppigen Kuchenbuffet und den anderen leckeren Speisen und Getränken? Daran, dass alle Generationen mitmachen und sich wiederfinden in den Angeboten?

Das alles ganz bestimmt und noch viel mehr, doch da ist noch etwas anderes, was das Pilgerfest so besonders macht. Es sind die vielen Räder und Rädchen, die ineinandergreifen müssen, damit das Fest so harmonisch und stimmig wird. Die Vorbereitungen fangen im Frühjahr an, 10 verschiedene Gruppen stimmen sich via Messenger-Diensten ab, geschickt moderiert von Martina. Ilka jongliert die Marktstände, im Vereinsvorstand sprechen wir darüber, wer zum Markt passt und wen wir lieber nicht einladen wollen. Die Theatergruppe trifft sich einmal in der Woche zur Probe, Bärbel ist in jedem Jahr umso nervöser, je näher der Termin der Aufführung rückt. Lutz organisiert den Aufbau der Markstände, in jedem Jahr nicht nur eine schweißtreibende, sondern große Geduld erfordernde Aufgabe (wir suchen aber jetzt nach einem passenden Ersatz für die alten Stände). Der städtische Wirtschaftshof mäht den Rasen vor dem Fest, transportiert Biertische & Co an Ort und Stelle und unterstützt beim Aufbau der Theaterbühne. Parallel machen sich die vielen Menschen hinter den Marktständen im Vorfeld Gedanken, was sie anbieten und wie sie sich passend zum Fest präsentieren wollen. Die Gewerbetreibenden stiften viele Preise und Geld für die Tombola. Einige Vereinsmitglieder kommen aus der Ferne extra zum Fest angereist, um mit anzufassen – nicht nur am Festtag selbst sondern auch in der Vor- und Nachbereitung. Kaffee- und Kuchenpreise werden in jedem Jahr im Vorstand diskutiert – wollen wir etwas höher gehen, was bleibt für alle erschwinglich, was war zu günstig im vergangenen Jahr? Einsatzpläne werden geschrieben, Kuchenspenden zusammen telefoniert, und die Ordnung der Marktstände wird gut überlegt.

Am Ende geben alle ihr Bestes, keiner versucht andere zu übertrumpfen, liebevolle Momente und Begegnungen nehmen ihren Lauf….so schön ist`s auch diesmal wieder gewesen: Großer Dank an alle, die mitgemacht und unterstützt haben!

Jochen Purps für den Vorstand des Fördervereins

P.S. Im nächsten Jahr findet das Pilgerfest am 17. August statt!

 

 

Rekonstruktion“ der Wilsnacker Kirche durch Detlev von Olk

Wilsnack in Europa – Wissenschaftliche Tagung im Jahr zur Baukultur

Im September trafen sich über 20 Referierende zu einer dreitägigen Tagung in der Elbtalklinik und in der Wunderblutkirche. Die Tagung war in drei Vortragseinheiten zur Wallfahrtsgeschichte, zur Baugeschichte und Archäologie und zur Ausstattungsgeschichte der Kirche gegliedert.  In den vergangenen drei Jahrzehnten hat die Forschung zum Wilsnacker Wallfahrtsgeschehen deutlich zugenommen. Die Referate boten zum Teil einen Überblick über größere Zusammenhänge wie die Wallfahrt des dänischen Königshauses im 15. und 16. Jahrhundert nach Wilsnack, die bisher noch nicht veröffentlich worden sind. In Wilsnack wurde nicht nur gebetet, sondern auch hohe Politik zwischen Fürsten- und Königshäusern gemacht. Professor Janke aus Kopenhagen zeigte dies am Beispiel der Fürstentage unter Beteiligung des dänischen Königshauses in Wilsnack in der Mitte der 15. Jahrhunderts eindrücklich auf. Mehrere Vorträge konzentrierten sich auf Details zur Ausstattung wie den Schnitzaltar im Hohen Chor, die Prunksärge oder die Datierung der Skulptur des Heiligen Olavs, die Gordon Thalman im Perleberger Krankenhaus (!) mit einer Computertomographie vornehmen ließ. Besonders eindrücklich war die „Rekonstruktion“ der Wilsnacker Kirche durch Detlev von Olk, wenn sie – wie von den damaligen BaumeisterInnen geplant – vollendet worden wäre.

Der Abschluss der Tagung fand stimmungsvoll in der Kirche statt. Der Förderverein hatte das Abendessen im Kerzenschein in der Kirche ausgerichtet, was den 70 Teilnehmenden in guter Erinnerung bleiben wird. Die Tagungsbeiträge sollen in einem Arbeitsheft des Landesamtes für Denkmalpflege im Jahr 2025 veröffentlicht werden.

Jochen Purps

 

Pressefoto Alexandre Bytchkov, Foto: Simon Zimbardo

Akkordeon-Solokonzert mit Alexandre Bytchkov am 09.09.2023

Akkordeon-Solokonzert „Eine musikalische Weltreise mit dem Akkordeon".

Die Ev. Kirchengemeinde in Bad Wilsnack und Förderverein Wunderblutkirche St. Nikolai e. V. laden herzlich zum Akkordeon-Solokonzert ein.

Ein besonderes Hörerlebnis verspricht das Konzert am Samstag, 9. September 2023 um 19:30 Uhr in der Wunderblutkirche St. Nikolai, Große Strasse 55, 19336 Bad Wilsnack mit Akkordeon-Virtuose Alexandre Bytchkov.

Eintritt frei – Ausgangskollekte.

Der bekannte Akkordeonvirtuose und Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe,  u.a. zweifacher Deutscher Akkordeonmeister, präsentiert die breite Palette der Möglichkeiten des Akkordeons, das in unseren Breiten oft nur aus der Volksmusik bekannt ist. Nicht so in anderen Ländern. Alexandre Bytchkov entführt den Zuhörer in unterschiedlichste Musikwelten und entfacht auf dem Akkordeon ein wahres Feuerwerk mit hohem künstlerischem Anspruch. Musiker spielt Werke von J. S. Bach, D. Scarlatti, A. Piazzolla, R. Galliano und andere Komponisten. Ein Vortrag, der unter die Haut geht und den man noch lange in seinem Herzen mit sich trägt.

Der Künstler lebt mit seiner Familie in Mainz und arbeitet als freier Dozent im Peter-Cornelius-Konservatorium.

Innerhalb kurzer Zeit hat er sich auch in Deutschland einen Namen als herausragender Musiker gemacht.

www.alexandre-bytchkov.de

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Pressefoto Suoni Dorati - Astrid Junker

Trio SUONI DORATI in der Wunderblutkirche am 01.09.2023

Mit goldenen Klängen wird am 1. September um 19:00 Uhr in der Wunderblutkirche Bad Wilsnack das Trio SUONI DORATI aufwarten.

SUONI DORATI, zu Deutsch goldene Klänge, wurde 2007 an der Musikhochschule „Franz Liszt“ Weimar gegründet und setzt sich aus den Musikern Marleen Mauch (Sopran), Hans Jacob (Trompete) und Marco Lemme (Orgel) zusammen.

Das Ensemble verfügt über ein breites Repertoire von Barock bis Moderne. Das diesjährige Konzertprogramm ist maßgeblich durch den italienischen Titel des Ensembles geprägt. Mit den Neapolitanern Pergolesi und Scarlatti und dem Venezianer Albinoni werden die goldenen Klänge der drei großen Meister des italienischen Barocks ertönen.
Im vergangenen Jahr gab das Ensemble sein erstes Konzert in Bad Wilsnack und wurde begeistert vom Publikum empfangen. Nun freuen sich die drei Musiker auf ein weiteres Konzert in der schönen Wunderblutkirche Bad Wilsnack.

Auf dem Programm der diesjährigen Sommertour stehen u.a. das D-Dur Konzert für Trompete von Tomaso Albinoni sowie Antonin Dvoraks Biblische Lieder, ein musikalischer Schatz der Romantik für Sopran und Orgel. Werke von Pergolesi, Scarlatti, Bach und Franck runden das Konzert ab.

Durch das abwechslungsreiche Programm führen die Musiker selbst.

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten!

„ECHTE“ PILGER SIND AM SONNABEND BEIM 20. PILGERFEST KLAR IN DER MINDERHEIT. RONALD UFER

Pilger werden mit Kuchen empfangen

Förderverein richtet beliebtes Fest aus und wagt einen Blick in die Zukunft.

Ein Beitrag von Ronald Ufer im Prignitzer vom 23.08.2023.

Eigentlich ist in diesen Wochen jeden Tag ein kleines Pilgerfest in Bad Wilsnack. „Täglich wird unsere mittelalterliche Pilgerglocke geläutet, oft sogar mehrmals. Ein Zeichen, dass wieder eine solche Tour erfolgreich beendet wurde“, erzählt Jochen Purps, der Vorsitzende des Fördervereins der Wunderblutkirche. Auch am Sonnabend wird wieder geläutet, auch das Pilgerzimmer ist am Wochenende gebucht. Aber „echte“ Pilger sind am Sonnabend beim 20. Pilgerfest klar in der Minderheit.
Stattdessen sind hunderte Bürger von Bad Wilsnack und des Umlandes gekommen, um die Tradition und die Stadt im Schatten der Wunderblutkirche zu feiern. Einige sind Stammgäste, leicht zu erkennen an ihren Kostümen. „Es kommen aber seit Jahren auch Besucher von weither, um ihre Kostüme und Trachten hier zu zeigen“, erzählt Purps.


Pilgern und backen

Einige, die besonders intensiv die Tradition leben, unternehmen am Vormittag trotz des heißen Wetters eine kleine Pilgertour. Andere nutzen diese Stunden, um zu backen. Aus gut 80 Torten können die Besucher des Pilgerfestes wählen.
Vor der Bühne und an Schattenplätzen werden am Nachmittag immer wieder zusätzliche Sitzbänke aufgestellt, die von der Stadt und Vereinen in großer Zahl bereitgestellt wurden. Wie alle anderen Aktivitäten für das Pilgerfest erfolgt das ehrenamtlich. Das lebhafte Treiben ist auch eine Art Geburtstagsgeschenk für Purps, der am Sonnabend 60 Jahre alt wird.
Doch auch wenn historische Kostüme, die Gruppe Wolgemut mit ihrer mittelalterlichen Musik und die Wilsnacker Theatergruppe um Bärbel Mann mit dem Stück über dem Kirchenbau viel Vergangenheit heraufbeschwören, das Pilgerfest ist in diesem Jahr auch stark der Zukunft zugewandt. Denn auch diese haben die Organisatoren von Förderverein der Wunderblutkirche fest im Blick.


Wilde Idee als Blick in die Zukunft

„Wir bemühen uns nicht nur darum, nunmehr auch das Innere der Kirche zu restaurieren. Uns geht es um das Gesamtbild. Zu dem gehört die benachbarte Schlossplatte, wo einst das Prälatenhaus stand. Als Einwohner gewöhnt man sich an die Leerstelle. Doch langfristig sollte sie gefüllt werden“, sagt Purps.
Auf dem Festgelände war deshalb der Nachguss der historischen Glocke mit der Präsentation der Siegerarbeit eines Studentenwettbewerbes kombiniert worden. Er zeigt eine Idee, wie die Fläche bebaut werden könnte. „Ein historischer Nachbau scheidet aus, aber eine moderne Bebauung muss sich in das Umfeld einfügen“, erläutert der Fördervereinsvorsitzende, der viel Zeit investierte, um an die Pläne zu gelangen.
Diese sind ohne Kostenrahmen und Nutzungskonzept entstanden, einfach wilde, aber überlegenswerte Ideen. „Die Neugestaltung der Schlossplatte ist ein langfristiges Projekt, das vielleicht erst in zehn oder 20 Jahren aktuell wird. Wenn sich aber eine Tür mit einer Förderung und Nutzung öffnet, dann wollen wir bereit sein und die Chance nutzen“, erläutert Purps.


2024 wird wieder gekneippt

„Wir haben schon mit Leuten gesprochen, die für ein solches Projekt Geld bereitstellen würden“, ergänzt Bürgermeister Hans-Dieter Spielmann. Es geht um die Nutzung für Vereine, Kultur und Tagungen. Aber vor allem muss die dauerhafte Finanzierung, die Deckung der Betriebskosten gesichert sein. Das sehe ich als besonders wichtig an.“
Während das Echo auf die Idee zur Zukunft der Schlossplatte noch verhalten war, ging es bei einem anderen Zukunftsprojekt lebhafter zu. Der Kneipp-Verein baut derzeit neue Badebecken für Arme und Beine und ein Badehaus. Vielleicht würden die Anlagen noch in diesem Jahr übergeben, im nächsten Jahr starte der Betrieb auf jeden Fall, versicherten Vereinsmitglieder immer wieder auf Fragen.